Die Förderung von Kindern mit Rechenschwäche erfordert eine Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten und Stolpersteinen der Mathematik, sowie dem Lern- und Entwicklungsstand und der Ressourcen des Kindes. Das Kompetenzzentrum ZFP bietet eine praxisorientierte Weiterbildung in 4 Blöcken an, die genau dies aufgreifen möchte.

 

Das gemeinsame Erarbeiten einer Förderdiagnostik bietet Antworten auf diese Fragen. Sinn und Nutzen bestehender Förderprogramme werden diskutiert.

 

Die beiden ersten Tagesveranstaltungen sollen aufzeigen, wie Pädagogen einen möglichen Förderbedarf erkennen können und welche Maßnahmen aus ihren Beobachtungen abzuleiten sind. Zwei weitere Module sollen praktische Hilfestellungen und Unterstützung geben, damit mathematische Grundfertigkeiten bei Kindern mit Dyskalkulie sinnvoll erarbeitet werden können.

 

Block I: Mathematische Vorläuferfertigkeiten - Förderdiagnostik und Förderung im Vorschulalter und in der Unterstufe

 

Die Früherkennung von Schwierigkeiten im Rechnen ist ausschlaggebend für die weitere schulische Laufbahn der Kinder. Dies erfordert einen sicheren Umgang mit Fragen wie: Wie lernen wir eigentlich Zählen und Rechnen? Wie sehen mögliche Hinweise auf Probleme in der Zahlenverarbeitung aus? Worauf sollte man bei seinen Beobachtungen achten? Wie kann man diese Kinder individuell oder in der Gruppe fördern, damit sie gute Voraussetzungen für die Schule mitbringen?

 

Block II: Das Problem mit dem zählenden Rechnen -  Förderdiagnostik  und Förderung in der Primarschule

 

Das zählende Rechnen ist eines der primären Merkmale einer vorliegenden Rechenschwäche. Welche Ursachen führen dazu? Welche Fehler der Kinder kann man als Hinweis nutzen? Wie sollte eine Förderdiagnostik in der Primarschule aussehen? Was sagen standardisierte Rechentests aus?

In der Förderung ist meistens ein Einstieg in kleine Zahlenräume notwendig.  Was ist hierbei zu beachten? Wo genau setzt man  an und welches Material kann man nutzen? Wie kann man in der Klassensituation oder in der Einzelförderung vorgehen? Ist es immer sinnvoll zu differenzieren? Wie geht man dabei vor?

 

Block III: Meilensteine im Lehrplan I – Addition und Subtraktion

 

Das dezimale Stellenwertsystem repräsentiert eine der größten Hürden für Kinder mit Rechenschwierigkeiten. Was kann man tun, damit sich ein Verständnis für dieses Positionssystem bildet? Welcher Aufbau ist bei der Addition und Subtraktion im Zahlenraum 100 zu beachten, damit systematische Fehler vermieden werden? Wie schaffen die Kinder den Übertrag auf größere Zahlenräume? Warum sind Platzhalteraufgaben und das Rechnen mit Dezimalzahlen so schwierig?

 

Block IV: Meilensteine im Lehrplan II – Multiplikation und Division

 

Viele rechenschwache Kinder verfügen über gute kompensatorische Strategien und können gerade bei der Automatisierung der Multiplikation punkten. Aber warum fällt ihnen dann die Division wieder so schwer? Wie kann man Kindern helfen, die nicht über eine gute Merkfähigkeit verfügen? Welche Rolle spielt das Verständnis der Rechenoperationen bei der Automatisierung? Warum sind manche „Tricks“ in großen Zahlenräumen kontraproduktiv? Wie kann man die Themen Brüche, Maße und die Uhrzeiten vermitteln?

 

 

Referent*innen: Melanie Chantraine (ZFP) Dyskalkulietherapeutin mit langjähriger Praxiserfahrung

Zielgruppe: Primarschullehrer, Förderpädagogen

Dauer: 4 Tage (Die Anmeldung ist verbindlich für alle 4 Veranstaltungen.)

Ort: AHS

Anzahl Teilnehmer: min. 7 - max. 20 Personen – die Plätze werden nach Eingang der Anmeldung vergeben

Voraussetzungen: Grundkenntnisse oder Praxiserfahrung mit Dyskalkulie - Die einzelnen Blöcke bauen aufeinander auf und sollten idealerweise in dieser Reihenfolge belegt werden.

Daten/Uhrzeiten: Mo., 29.01.2018; Fr., 23.03.2018; Fr. 28.09.2018, Mo., 05.11.2018 jeweils von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr

 

Die Fortbildung kann als kollegiums-oder teaminterne Fortbildung bei melanie.chantraine@zfp.be gebucht werden.

 

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